Schüler-STation (SST)

 

SST 2013 - K10

Hier ein Artikel aus einer regionalen Tageszeitung (NWZ). 

Pflegeschüler leiten eigene Krankenstation
NWZ - 16.2.2013                                                                                                  von Björn Buske
23 angehende Pfleger übernehmen für eine Woche Alltagsgeschäft – „Großer Lernzuwachs“
Seit 2005 gibt es das Projekt „Schülerstation“. auch wenn so mancher an seine Grenzen stößt – die Freude am Beruf ist dadurch noch gestiegen.

 
Patientin Sonja Arciszewski ist zufrieden mit der Arbeit der Pflegeschüler.
Assistenzärztin Anna Ebbecke (links) und Ausbilder Rüdiger Lange (5. v. links) 
schauen Michael Urban (v. links), Saskia Speckels, Pierre Hellbusch und Alina Kasperek dabei über die Schulter. Bild: Björn Buske

Delmenhorst -  „Grau ist alle Theorie“ wusste schon Goethe in seinem Faust zu berichten. Die Praxis hingegen ist abwechslungsreich, bunt und manchmal etwas chaotisch – dafür aber umso lehrreicher. Das haben nun auch Pflegeschüler aus dem St.-Josef-Stift, dem Klinikum Delmenhorst, der Wesermarsch-Klinik in Nordenham und des Wildeshauser Krankenhauses Johanneum erfahren, denn sie durften für eine Woche nicht nur mitarbeiten, sondern gleich eine ganze Station im Klinikum leiten.

„Wir sind am Wochenende angefangen, da war alles noch sehr ruhig. Am Montag aber waren wir erst einmal wie ein Ameisenhaufen“, berichtet Alina Kasperek und lacht. Gemeinsam mit 2 anderen Krankenpflegeschülern organisierte die eigenverantwortlich den täglichen Ablauf auf der Station M3 – natürlich unter den wachsamen Augen von Ausbildern und „normalen“ Pflegekräften. Und auch wenn manchmal Stress aufkommt: „Wir fühlen uns bestärkt in der Berufswahl, auch weil wir wirklich selbstständig arbeiten konnten“, so Michael Urban. Pierre Hellbusch kann das nur bestätigen: „Ich werde viel mitnehmen für die weitere Ausbildung und auch die spätere Stationsarbeit. auch wenn man manchmal an die eigenen Grenzen stößt, so ist es doch ein großer Lernzuwachs.“
Seit 2005 gibt es das Projekt „Schülerstation“, berichtet Ausbilder Rüdiger Lange und sie habe sich bewährt. Nach einer Evaluation der vergangenen Woche geht es dann für die Schüler zurück in ihre angestammten Häuser. Hier können sie das neu gelernte vielleicht gleich umsetzen.

 

Konzept der SST für K10 2013 in gekürzter Fassung

Zielsetzung:
Eigenständige komplette Versorgung eines Stationsbereiches während der Tagdienste und Unterstützung der Nachtdienste durch SchülerInnen des Oberkurses. In diesem Projekt soll die Organisation und Gestaltung der Pflege im alltäglichen Stationsbetrieb erlernt werden. Die Stationsphase wird im Unterricht durch die SchülerInnen vorbereitet. Nach Absprache mit Praxisanleitern und Lehrkräften sollen hierbei Unterrichtsinhalte und eigene Pflegekonzepte umgesetzt werden und evaluiert werden.

Kurs+Ausbildungsphase:      
Oberkurs im 5. Semester

Zeitraum:                           
Block: 15
28.01.–16.2.13
08.2.13 
Orientierung auf Station und Vorstellung der Patienten
Primary Nursing, Erhebung von Pflegeanamnesen und Erstellung von Pflegekonzepten und Pflegeplanung für ausgewählte Patienten
Schülerstation (7 Tage) - 09.02.-15.02.2013
16.2.13 Nachbereitung + Auswertung

Beteiligte: 
23 SchülerInnen aus dem Kurs
1 „Praxisanleiter“ (PA) + 1 Fachpflegekraft der Station pro Schicht
1 Lehrkraft (LK) der Schule pro Schicht (weil alle Schüler von Ihnen gekannt werden)
 (Es sind im Tagdienst somit immer 3 examinierte Pflegekräfte auf Station) 

Vorbereitung:
Die SchülerInnen organisieren ihr Lernen in diesem Projekt selbst.
Info für Ärzte über Belegungs-Tafel mit Fotobuttons, u.a. auch um Zuständigkeiten darzustellen.
In dieser Ausbildungsphase ist der größte Teil des notwendigen Unterrichtsstoffes erteilt worden.
In der Vorbereitung kann dieses Wissen gezielt vertieft werden. Weiterhin wird die Rollenverteilung und die Dienstplanung von den Schülern vorgenommen, sowie die Ablauforganisation und die Gestaltung der Pflege festgelegt. Besprechungen und Reflektionen sind inhaltlich und zeitlich festzulegen.
Es ist festgelegt, wann PA oder LK sofort informiert werden. Risiko- und Fehlermanagement wird installiert. Dokumentation des Projektes wird so vorbereitet und durchgeführt, dass eine Präsentation gut möglich ist.
Die Evaluation mittels Interviews, Fragebögen und täglichen Besprechungen wird geplant bzw. erstellt.

Wenn die Stationsleitung die Patientenversorgung nicht gewährleistet sieht, wird das Projekt abgebrochen.